Veröffentlicht am 24. Mai 2013 unter Modedesignstudium
Heute möchte ich euch gerne meine erste Kollektion vorstellen, die im Rahmen meines Auslandssemesters an der Swedish School of Textiles entstanden ist. Wichtiger als Tragbarkeit war es mir bei dieser Kollektion, die Arbeitsweise hier an der Schule kennenzulernen und bei meinem Projekt zur Anwendung zu bringen. Im Vergleich zu Schneeberg wird hier sehr wissenschaftlich gearbeitet. So muss man relativ zeitig ein Ziel festhalten, welches die Kollektion am Ende erfüllen soll und im Laufe des Semesters ein Prinzip entwickeln, das einem grundlegende Designentscheidungen erleichtert.
Meine Inspiration für dieses Projekt waren Pflanzen, die herrenlose Häuser, Autos und Schiffswracks überwuchern, deren Oberfläche durchbrechen und die Ursprungsform unkenntlich werden lassen. Angeregt davon fing ich an, die Funktion von dekorativen Elementen in der Mode zu untersuchen. So setzte ich es mir zum Ziel, mit deren Hilfe die Kleidungsstücke in meiner Kollektion von Grundauf zu formen anstatt sie nur schöner oder interessanter zu machen.

Die Grundform für alle Kollektionsteile ist ein Rechteck, das mithilfe von Ösen beziehungsweise Löchern für Arme, Hals oder Beine an den Körper gebracht wird. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass bei der Produktion kein oder nur geringer Verschnitt anfällt.
Aus der Ausgangsform oben entstanden die Kleidungsstücke, die in den ersten drei Outfits über den Jerseyteilen getragen werden. Die Stücke aus dem schwer fallenden Strickstoff in Outfit 4 und 5 hingegen drapierte ich zunächst an der Schneiderpuppe und legte anschließend die Position der Ösen fest.
Anstatt bei den Jerseyteilen von normalen Grundschnitten auszugehen, entschied ich mich, auch bei diesen mein Prinzip wiederkehren zu lassen. So verwendete ich gestrickte Schlauchware als Ausgangsmaterial und fügte anschließend unterschiedlich große Löcher für verschiedene Körperteile hinzu. Den unten abgebildeten Schnitt verwendete ich sowohl für das Jerseykleid in Outfit 1 als auch für den kurzen Overall in Outfit 3.

Aber nun genug der Worte… Seht selbst!
Outfit 1:



Outfit 2:



Outfit 3:



Outfit 4:



Outfit 5:



Technische Zeichnungen & Materialien:


Alle Seile habe ich übrigens aus Jerseystoffen beziehungsweise -garnen selbst hergestellt. Zusätzlich verwendete ich bei einigen davon synthetische Materialien, um die Seilenden noch zu betonen. Bei den Stoffen spielte der Fall eine wichtige Rolle. Um die farbigen Seile besonders hervorzuheben, entschied ich mich, die meisten Kleidungsstücke in einer neutralen Farbe – grau – umzusetzen und lediglich bei einigen der Jerseyteile das leuchtende blau wieder aufzugreifen.

Ich persönlich bin sehr zufrieden mit dem Endergebnis, glaube aber auch, dass die Idee noch viel Potenzial hat, weiterentwickelt zu werden, zum Beispiel in eine etwas tragbarere Richtung. Bei dieser kleinen Kollektion war ich jedoch zufrieden mit dem experimentellen Charakter der Modelle. Die Vorgehensweise hier an der Schuhe hat mir sehr gut gefallen und ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, wieder damit zu arbeiten.
Ich bin schon so gespannt, was ihr zu meiner Kollektion sagen werdet! Gefällt euch die Idee? Oder findet ihr die Sachen zu wenig tragbar? Ich freue mich auf euer Feedback!
Alles Liebe,

Veröffentlicht am 24. April 2013 unter Modedesignstudium
Nachdem ich mich an meiner Uni schon intensiver mit Handstrickmaschinen und Siebdruck, Handdruck und Stickerei beschäftigt hatte, lernte ich hier in Borås nun auch noch das Weben und Stricken an großen elektronisch gesteuerten Maschinen kennen. Wie aufregend! Ein Foto von dem Schneiderinnenhandtuch, das in einer der ersten Stunden entstand, habe ich euch ja hier schon gezeigt. Eines davon schenkte ich meiner Mama gesäumt und mit kleinem Aufhänger zum Geburtstag, vergaß aber, ein Foto davon zu machen. Also zeige ich euch heute erstmal die Stoffe, die an der Web- beziehungsweise Strickmaschine entstanden. Ich bin gespannt, ob sie euch ebenso gut gefallen wie mir!


Dieser Herzchen-und-Bäumchen-Stoff entstand auf dem Schaftwebstuhl. Ich habe mehr als 3 Meter und plane, ein Kleid daraus zu nähen!


Dieser Stoff, für den ich mir ein kleines Nähmaschinenmuster ausgedacht habe, wurde auf der Rundstrickmaschine hergestellt. Es dauerte ewig, das Muster einzuprogrammieren, aber ich finde, der Aufwand hat sich gelohnt! Leider habe ich nicht sehr viel von dem Stoff, aber für ein Bündchen an einem Pulli würde es reichen…


Danke, dass ich meine Stoffabenteuer mit euch teilen durfte! Ich finde die Idee so aufregend, meine eigenen Stoffe herzustellen und hoffe, ich kann in Zukunft noch öfter damit arbeiten. Habt einen wunderbaren Mittwoch!
Alles Liebe,
Veröffentlicht am 13. März 2013 unter Modedesignstudium
Die liebe Ani fragte mich vor einiger Zeit, ob ich nicht mal wieder einen kleinen Einblick in mein Studium geben könnte. Klar, sehr gerne sogar! Da ich das letzte Semester an meiner Heimathochschule leider noch gar nicht abgeschlossen habe und es demzufolge bisher keine Fotos von meinem Klassikmodell gibt, ließen neue Bilder diesmal etwas länger auf sich warten als üblich. Doch nachdem wir hier in Borås ins Fotostudio eingeführt wurden, kann ich euch nun sogar schon ein paar meiner aktuellen Arbeiten präsentieren!

In der ersten Woche an der Uni ging es gleich richtig los – wir sollten ein Kleidungsstück von einem Foto nacharbeiten oder ein Secondhandkleidungsstück umgestalten. Ich entschied mich für letztere Variante und verpasste einem H&M-Pulli mit Lochmuster ein neues Aussehen. Mittlerweile hat der Pullover wieder seine alte Gestalt angenommen, doch dieses Projekt war ein guter Einstieg und half mir, mein Thema zu finden.



Nach einiger Überlegung entschied ich mich, mich zunächst aufs Häkeln zu konzentrieren und zu versuchen, verschiedene Häkeltechniken neu zu interpretieren. So schnitt ich zum Beispiel Schlitze in den Stoff und verwendete diese als Basis für einen Kettenstich, indem ich eine Stoffschlaufe durch die nächste zog. Weil mich diese Technik besonders begeisterte, probierte ich viel damit herum…

… und präsentierte schließlich zur Zwischenprüfung diese beiden Modelle, die verschiedene (experimentelle) Häkeltechniken vereinen. Natürlich sind es noch Prototypen, aber ich mag sie trotzdem sehr gerne – vor allem an meinen lieben Kommilitoninnen und tollen Models – und die entwickelten Techniken waren eine super Grundlage für die weitere Kollektionsentwicklung.








Nun heißt es abwarten, wie es weitergeht! Im Mai müssen wir bereits unsere fertigen Kollektionen präsentieren und bis dahin gibt es noch viel zu tun, aber ich bin gespannt, wie sich alles entwickelt und glaube, ich befinde mich auf einem guten Weg. Zumindest steht seit ein paar Tagen schonmal mein Farbkonzept – und ich habe mich mit den hiesigen Handstrickmaschinen vertraut gemacht. Es bleibt also spannend…
Danke, dass ich meinen Arbeitsprozess mit euch teilen durfte!
Alles Liebe,

Veröffentlicht am 30. Oktober 2012 unter Modedesignstudium
Als wir vor einigen Wochen erfuhren, dass unser Modell vom letzten Semester auf den Designers’ Open präsentiert werden würde, freuten Jill und ich uns natürlich wie Bolle. Und so halfen wir am Donnerstag, unseren Stand vorzubereiten – und hatten am Freitag viel Freude daran, interessierten Menschen unsere Arbeit näher zu bringen…


Wenn man so tolle “Kollegen” wie Jill und Tina hat, macht alles gleich doppelt so viel Spaß!


Oh wie stolz war ich, als unser Modell fertig auf der Puppe hängend und mit Namensschildchen versehen nur noch darauf wartete, von den Besuchern gesehen zu werden! Das sind genau die kleinen, feinen Momente, auf die man als Designer (oder Designstudent) so lange hinarbeitet und die einem so viel Kraft und Energie für neue Projekte geben…
Ich hoffe, ihr hattet ein wunderbares Wochenende und einen schönen Montag! Ich verbringe die nächsten Tage bei meiner lieben Freundin und Kommilitonin Maria in Eisenach, wundert euch also nicht, wenn ich mich erst am Freitag wieder melde.
Alles Liebe,
