Granny Square Liebe: Vom Häkeln, scheitern & neu anfangen

Seit ich selbständig bin und mich tagein, tagaus mit komplizierten Näh-Aufträgen beschäftige, müssen meine Projekte in der Freizeit unkompliziert sein – und am besten transportabel. Das Stricken und Häkeln hat sich darum in den letzten Jahren zu einem meiner liebsten kreativen Hobbies gemausert. Und als es in Köln beim Bloggertreffen der Initative Handarbeit einen Raum voller Wolle und einen voller Stoffe gab, war ich kurz überfordert, lief dann aber doch zuerst zur Wolle. Dicke, farbenfrohe Wollknäule machen mich einfach glücklich!

Das große Problem bei Strick- und Häkelprojekten: sie dauern ewig! Bei mir zumindest. Während ich ein Kleidungsstück ohne Probleme in einigen Tagen fertigstellen kann, sitze ich an diesem neuen Granny-Square-Projekt schon wieder ein paar Monate. In der Zwischenzeit gibt es wenig zu sehen.

THAT ESCALATED QUICKLY…

Als ich bei meiner lieben Selmin in Köln war und der Frühling sich auf ihrem Balkon blicken ließ, kam mir daher die Idee, ein paar Fotos meiner Granny Squares zu machen, die ich (natürlich!) im Zug dabei hatte. Gesagt, getan! Eigentlich wollten wir nur ein paar Schnappschüsse von mir beim Häkeln machen. Eine halbe Stunde fanden wir uns in einem kompletten Setting mit obligatorischer Pilea, gestapelten Büchern und Kaffee-Tasse wieder. Ooops!

An meinem letzten Granny-Square-Projekt saß ich übrigens ein paar Jahre, wobei man sagen muss, dass mich die Motivation zwischenzeitlich gänzlich verließ. Herausgekommen ist ein Affen-Jäckchen (so sagt man in meiner Familie zu sehr kurzen, sehr engen Pullovern) in 70er-Jahre-Farben, das, wenn ich es nochmal heiß wasche, bestimmt eines Tages von unserem Baby ausgeführt werden kann.

DER TRAUM-CARDIGAN!

Dass ich den Squares trotzdem noch eine Chance gab, lag einzig und allein an diesem wundervollen Cardigan. Ich liebe die Passform, ich liebe die Farben – und ich wusste, dass ich meine eigene Version haben wollte! Also startete ich Granny-Projekt Nummer 2.

Zu Redaktionsschluss (das wollte ich schon immer mal schreiben!) betrug die Anzahl fertiger Squares immerhin schon 45. Ich habe ausgerechnet, dass ich für den Cardigan 51 ganze und zwei halbe Squares brauche.

Mal sehen, wie lange ich für die 6 restlichen Squares und fürs Zusammenhäkeln brauche. Oder ob ich nochmal alles auftrenne, weil mir die Farben doch nicht mehr gefallen… Denn das ist noch ein kleiner Nachteil beim Häkeln und Stricken: auch mit viel Fantasie weiß man nie genau, wie das Endresultat genau aussehen wird. Doch die Freude ist umso größer, wenn am Ende ein richtig schönes Teil herauskommt!

Strickst oder häkelst du auch gerne? Und arbeitest du vielleicht auch gerade an einem Projekt, das ein klein wenig länger dauert als geplant? Ich würde gerne davon lesen!

Deine

DIY: besticktes Amore-Shirt & eine selbstgemachte Tassel-Kette

Es ist schon eine lustige Sache mit der Inspiration. Als kreativer Mensch ist man irgendwie meistens zu inspiriert oder zu wenig inspiriert. Momentan habe ich tausend Ideen und würde am liebsten zur gleichen Zeit meine Wohnung umdekorieren, einen Garten anlegen, ganz viele neue Sachen nähen und eine neue Kollektion für Schleifenfänger umsetzen. Ich glaube, das macht der Frühling! So richtig bewusst war ich mir dessen nicht, aber ich glaube, der Frühling hat mich ein wenig aus meinem Inspirations-Schneckenhaus gelockt, haha.

Outfit:
Strickjacke – geerbt von meiner lieben Omi
T-Shirt, Kette – DIY
Jeans – Long Tall Sally
Gürtel – secondhand
Korb – Tine K Home via Stil Conceptstore
Schuhe – schon ein paar Jährchen älter

So finden sich in diesem Outfit nicht nur knallige Farben, sondern gleich zwei selbstgemachte beziehungsweise selbst verschönerte Teile. Das T-Shirt von MELAWEAR kaufte ich letztes Jahr bei beauty & nature im Biomare in Leipzig. Irgendwie stand ein einfaches weißes T-Shirt auf meiner Wunschliste, doch es zeigte sich, dass ich es nie trug… Ein DIY musste her!

Zuerst hatte ich die Idee, das Shirt komplett mit Blumen zu besticken. Dann fand ich diese tollen Bügel-Applikationen bei Stoff & Stil in Köln. Und wusste sofort, dass Aufbügeln bei meinem momentanen DIY-Zeitfenster die perfekte Alternative zum Besticken ist!

In die Mitte zwischen den beiden Blumenranken wollte ich eigentlich einen frechen feministischen Spruch sticken, aber dann musste ich an eines meiner Lieblingslieder von Wanda denken und dachte mir: Amore! Liebe ist die Antwort auf alles und so kitschig es auch klingt: ich glaube, wir hätten viel weniger Probleme in der Welt, wenn alle ein bisschen mehr Liebe walten lassen würden. Wow, dass waren tiefgründige Worte zu einem T-Shirt…

SO GEHT’S: Den Schriftzug zeichnete ich zuerst auf ein Transparentpapier, malte ihn dann auf der Rückseite mit einem weichen Bleistift nach und übertrug ihn aufs Shirt, indem ich die Linien auf der Vorderseite mit einem harten Bleistift nachzeichnete. Dann stickte ich den Schriftzug mit einfachen Rückstichen und Stickgarn nach. Beim Abschlussbügeln gab es einen kleinen Fail und das (angebliche) Baumwoll-Stickgarn schmolz etwas zusammen… Zum Glück sieht man von dieser Panne nicht so viel.

Passend zum Outfit und meinen farbenfrohen mexikanisch angehauchten Sommer-Look wollte ich unbedingt eine Tassel-Kette. Die Kugelkette in kupfer fand ich ebenfalls bei Stoff & Stil. Ich schnitt sie einfach auf die passende Länge zurecht und verband die Enden mit dem zugehörigen End-Stück. Fehlte nur noch die passende Tassel beziehungsweise Quaste.

Die gute Nachricht: um Tassels zu machen, braucht ihr keinen fancy Tassel Maker – zumindest am Anfang nicht.

So geht’s: Ich nahm zum Umwickeln einfach eine ganz normale Nähnadel-Verpackung aus Pappe her. Diese umwickelte ich längs, bis mir die Dicke gefiel und umknotete die Tassel an einer Stelle. Dann Tassel an dieser Verbindungsstelle fassen und auf der anderen Seite aufschneiden. Das dicke Ende steckte ich dann durch die Öffnung der Nadel-Pappe und umwickelte es nochmals mit Garn. Enden gut verknoten und verstechen – fertig! Die Tassel kannst du einfach auf die Kette fädeln.

Ihr Lieben, ich wünsche euch heute einen guten Start in ein hoffentlich sonniges und inspirierendes Wochenende! Ich hoffe, ihr könnt mit meiner Anleitung etwas anfangen – ansonsten mache ich gerne nochmal ein paar Fotos für euch. Oh, happy day!

Eure

Das erste Frühlingsoutfit & ein neuer Fair-Fashion-Liebling

Ich weiß nicht, woran das liegt, aber es gibt mir so viel Energie, mich und meinen Stil gerade jetzt im Frühling ein Stück weit neu zu erfinden. Ich fühle eine unglaubliche Power, wenn ich mir die Zeit nehme, mich schön zu kleiden oder ein wenig mehr zurechtzumachen. Wenn ich morgens in einem „Naja-Outfit“ rausgehe, dann weiß ich meist, dass ich mich den ganzen Tag ein wenig seltsam fühle, während ich an mir herumzupfe. Geht es euch auch so?

Mantel – genäht von meiner Auszubildenden nach einem Burda-Schnitt
Schal – vom Connewitzer Weihnachtsmarkt (Upcycling)
Kette – 24Colours
Shirt – Armedangels*
Strickjacke, Gürtel – geerbt von meiner Omi
Jeans – Long Tall Sally
Booties, Tasche – secondhand

ALTE LIEBE ROSTET NICHT

Oft muss man gar nichts kaufen, um seinen Stil ein wenig neu zu erfinden. Die Jeans von Long Tall Sally kaufte ich bereits vor zwei Jahren, aber wir mussten erstmal Freunde werden. Als ich in Köln war, kam mir spontan die Idee, den Saum einfach abzuschneiden, damit sie weicher fällt. Anschließend verliebte ich mich neu.

EINE NEUE LIEBE IST WIE EIN NEUES LEBEN

Ein neues Teil hat sich aber doch in mein Outfit gemogelt. Das rot-weiße Shirt ist mittlerweile mein dritter Streifenpulli von Armedangels* und ich liebe es so sehr! Die Passform und die kräftige Qualität der Baumwolle sind der Knaller, aber ich mag auch die Ärmellänge und die kleine Schleife hinten. Meines fand ich übrigens im Grünschnabel in Leipzig.

Ach ihr Lieben, ich würde euch gerne ein paar meiner fröhlichen Frühlingsvibes in einen Umschlag stecken und rüberschicken. Oder euch alle zum Käffchen in mein sonniges Atelier einladen. Aber weil das leider nicht geht, wünsche ich euch einfach auf diesem Wege ein wundervolles Frühlingswochenende! Ich hoffe, ihr könnt es in vollen Zügen genießen.

Eure

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Hello, Nähmaschine! – Eine Gedankenreise zu den Anfängen & eine Verlosung

Meine liebe Freundin Selmin hat im März ihr erstes Nähbuch mit dem bezaubernden Titel Hello, Nähmaschine* herausgebracht. Und als wäre das nicht Grund genug zur Freude, so hat sie mich auch noch eingeladen, bei ihrer Blogtour mitzumachen. Weil ihr Buch sich an Nähanfänger richtet, bat sie auch uns „alte Hasen“, einmal zurückzublicken und uns an unsere Nähanfänge zu erinnern. Na dann mal los…

Hello, DDR-Nähmaschine!
Wenn ich an meine Nähanfänge denke, dann sitze ich direkt wieder im Wohnzimmer meiner Eltern auf den durchs Familienleben etwas wackelig gewordenen Stühlen und habe den Ölgeruch der Veritas-Nähmaschine meiner Mama in der Nase. Eine aufregende Zeit war das, so völlig ahnungslos von all der Technik und doch so vorfreudig und aufgeregt angesichts der Möglichkeiten, die sich nach und nach auftaten. Damals hätte ich wohl niemals gedacht, dass das Nähen später einmal zu meinem Beruf werden würde, indem ich sogar ausbilde und selbst Autorin von vier Nähbüchern bin.


Ich im Jahr 2008 (vor 10 Jahren!!!), hier schon an meiner ersten eigenen Nähmaschine

Meine Inspiration
Der Anstoß für meine eigenen Nähanfänge mit zarten 14 Jahren war der Livejournal-Blog von Frau Liebe, die lange vor allen anderen aus Omas Stöffchen und Kissenbezügen vom Flohmarkt ganz wunderbare Accessoires nähte. Zum ersten Mal wurde mir klar, wie toll es sein musste, nähen zu können. Also bat ich meine Mama, mir den Anfang zu zeigen. Einige Zeit lang nähte ich wie im Rausch kleine Täschchen (von Futter und versäuberten Nähten natürlich keine Spur) und Ansteckbroschen, die sogar den Weg in meinen kleinen allerersten Onlineshop mit dem poetischen Namen 2eck fanden, hihi.

Hello, selbstgenähte Kleider!
Wie ich dann zum Nähen von Kleidung kam, weiß ich gar nicht mehr genau. Aber ich erinnere mich daran, wie glücklich ich war, immer in den Ferien meinen Nähplatz im Wohnzimmer zu beziehen und mir meine eigene Welt aus Knöpfen und Stoffen zu erschaffen. Ich glaube, meine ersten Kleidungsstücke nähte ich mit dem Buch SEW U* von Wendy Mullin. Gerade bei Anfängernähbüchern finde ich es so wichtig, dass die Anleitungen gut sind und zu eigenen Varianten inspirieren! Das schafft auch die liebe Selmin mit ihrem Buch Hello, Nähmaschine.

Nach einem ausführlichen Grundlagenteil inspiriert Selmin ihre Leserinnen im Projektteil dazu, das Gelernte direkt anzuwenden. Die vorgeschlagenen Projekte mit „Haben-Wollen“-Faktor inspirieren zum Nachmachen. Denn auch als „alter Hase“ möchte man manchmal gerne ein schnelles oder einfaches Projekt umsetzen, vor allem, wenn man sich wie ich tagsüber mit eher komplizierten Nähaufträgen beschäftigt. Da war das runde Kräuselkissen für mich das perfekte Freitagabend-Projekt! Und pünktlich zum Wochenende und den ersten warmen Tagen durfte es meinen Balkon schmücken.

Für mein Kissen entschied ich mich für einen himbeerpinken Möbelstoff (leider nicht online) und gelbe bezogene Knöpfe von Stoff & Stil. Weil es kein passendes Paspelband gab, faltete ich einfach passendes Jersey-Schrägband zur Hälfte, steppte es zur Fixierung zusammen und fasste es zwischen die Nähte. Auch so war das Kissen schnell und einfach genäht. Weil mein Stoff sehr stark franste, versäuberte ich die Seiten, die später gekräuselt werden. Und ich stellte fest, dass man das Kissen nicht zu stark ausstopfen sollte, weil das Verbinden der beiden Knöpfe sonst etwas schwieriger wird. Das Ergebnis gefällt mir in jedem Fall wahnsinnig gut und passt farblich einfach perfekt auf unseren Balkon!

Ihr Lieben, ich freu mich so, denn zur Feier des Tages darf ich noch ein Exemplar von Hello, Nähmaschine* verlosen! Dazu wüsste ich gerne: Möchtest du mit dem Nähen beginnen oder nähst du schon? Wenn ja, wie sahen deine Nähanfänge aus? Alle, die bis einschließlich Sonntag (08.04.) einen Kommentar unter diesem Beitrag hinterlassen, können an der Verlosung teilnehmen.

Übrigens: wenn ihr eure „Hello, Nähmaschine“-Geschichte auch mit anderen teilen wollt, postet sie doch bei Facebook oder Instagram unter dem Hashtag #hellonähmaschinemomente oder schreibt einen Blogpost und verlinkt ihn hier. Ich bin gespannt auf eure Geschichten!

Eure

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Verlosung: Teilnahmeberechtigt sind alle Personen im Alter von mindestens 18 Jahren. Jeder Teilnehmer darf nur einmal am Gewinnspiel teilnehmen. Die Ermittlung des Gewinners erfolgt durch Auslosung. Die Bekanntgabe des Gewinners erfolgt nach Beendigung des Gewinnspiels auf Facebook. Der Gewinner wird nach Abschluss des Gewinnspiels per E-Mail benachrichtigt. Der Gewinn ist nicht auf Dritte übertragbar. Eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.