DIY or DYE: Tipps zum Färben in der Waschmaschine.

Im Laufe der Jahre habe ich vielen Kleidungsstücken, deren Schnitt mir noch gefiel, mit einer anderen Farbe neues Leben eingehaucht. Auf diese Weise kann man ein Teil ganz einfach dem restlichen Kleiderschrank anpassen – und verdoppelt somit im Handumdrehen die Kombinationsmöglichkeiten. Auch eine tolle Idee: Stoffe umfärben, wenn diese in der gewünschten Farbe nicht erhältlich sind.

Wie funktioniert das Färben in der Waschmaschine?
Bevor die Kleidungsstücke bzw. Stoffe in die Waschmaschine kommen, sollten sie zunächst angefeuchtet werden. Noch nie gewaschene Teile vor dem Färben mit klarem Wasser gründlich ausspülen, um die Appretur zu entfernen. Anschließend die feuchten Sachen in die Waschmaschine legen, Farbe dazugeben, Waschgang komplett durchlaufen lassen. Danach wäscht man die Sachen noch einmal mit Waschmittel bei 30 oder 40°C. Übrigens: es ist weniger gefährlich als man denkt, die Sachen beim Färben mit einer etwas höheren Temperatur zu waschen als auf dem Etikett steht. Um sich abzusichern, wird die Waschtemperatur vom Hersteller meistens ziemlich niedrig angesetzt.

Nimmt die Waschmaschine Schaden?
Ich habe schon unglaublich viel in der Waschmaschine gefärbt und kann euch versprechen, dass dadurch kein Schaden an der Waschmaschine entsteht. Kleinere Verfärbungen an den Plastikteilen lassen sich ohne Probleme abwischen. Auch die anschließend gewaschenen Sachen werden nicht verfärbt. Ich habe auch das Färben in Topf bzw. Schüssel probiert, aber leider die Erfahrung gemacht, dass die Sachen dabei oft fleckig werden. Also einfach ab in die Waschmaschine!

Was kann man färben?
Materialien wie Baumwolle, Viskose oder Leinen lassen sich meist problemlos färben. Mit der Simplicol Textifarbe kann man neben Naturfasern auch Polyamid bzw. Nylon färben, woraus die meisten Strumpfhosen bestehen. Wichtig: sonstige synthetische Fasern, Knöpfe und Nähfäden aus Polyester bleiben eigentlich immer in der Ursprungsfarbe. Auch bei Spitze, Borten und Stickereien muss man genau schauen, aus welchem Material sie sind – Baumwollgarn glänzt meistens weniger und sieht stumpfer aus. Mit Elementen in der Ursprungsfarbe lassen sich aber auch schöne Effekte erzielen. Welche Farbe genau die einzelnen “Teile” eines Kleidungsstückes am Ende haben werden, lässt sich nicht immer abschätzen. Aber wenn man bereit ist, sich überraschen zu lassen, wird man meistens nicht enttäuscht.

Hält die Farbe?
Sehr zufrieden bin ich mit der Haltbarkeit der Simplicol TextilECHTfarbe, aber auch mit der einfachen Textilfarbe lassen sich relativ langlebige Resultate erzielen. Und wenn die Sachen irgendwann doch verblassen, färbt man sie eben einfach noch einmal. Die Echtfarbe lohnt sich meiner Meinung nach vor allem bei Bettwäsche etc., die oft und bei hohen Temperaturen gewaschen wird. Wichtig: die gefärbten Sachen zunächst immer zusammen mit ähnlichen Farben waschen oder zusätzlich ein Farb- und Schmutzfangtuch in die Trommel geben.

Viel Spaß beim Färben! Ich hoffe, meine Tipps waren hilfreich.

Alles Liebe,

Kommentare

  1. andrea sagt:

    Ah wie cool, habe ich kürzlich auch mal versucht :) Unser Vorhang musste gefärbt werden (Petrol) und ich hab ein weißes Jäckchen dazugegeben.

    • andrea sagt:

      und natürlich irgendwie halbfertig abgeschickt :D Das Jäckchen ist jetzt schon mein absoluter Favorit für den Sommer und ich halte schon immer die Augen offen, was ich denn als nächstes Färben könnte ^^ Das Spitzentop finde ich übrigens total fein :)

  2. Steffi sagt:

    Früher hab ich mit diesen Farben manchmal T-Shirts gebatikt. Mit Haltbarkeit, Farbergebnis etc. hatte ich auch immer gute Erfahrungen, ich habe bis jetzt aber immer nur ursprünglich weiße Sache gefärbt.
    Man kann ja auch in derselben Farbe nachfärben, wenn Kleidungsstücke schon recht verwaschen/ausgebleicht sind, aber eigentlich noch gefallen, z.b. bei schwarzen Teilen!

    LG Steffi

  3. Betti Bee sagt:

    Echt schöner ausführlicher Bericht! Bisher habe ich noch nicht selbst gefärbt, aber ich denke vor allem um schwarze Hosen wieder aufzufrischen ist das echt klasse.

    Liebe Grüße
    Betti

    • Laura sagt:

      liebe betti,

      das ist eine variante – aber man kann noch so viel mehr machen! auch mehrfarbige muster sehen umgefärbt z.b. toll aus!

  4. Martina sagt:

    Schwarz nachfärben finde ich sehr praktisch. Die Sachen sehen danach wieder mindestens um die Hälfte jünger aus.

    Hast du auch schonmal dunklere Sachen gefärbt? Wie dunkel wird das wohl gehen… Ich hab ein paar Sachen in Olivtönen die mir nicht mehr wirklich gefallen, ob es da noch deckt?
    Da trau ich mich nicht so recht…

    Grüße, Martina

  5. Lu sagt:

    Heyy, danke für die Rätschläge, kann ich gut gebrauchen. :) Hab auch schonmal gefärbt und das lief nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte, aber dank Deinem Beitrag bin ich jetzt schlauer. :D
    Dein Ergebnis sieht auch super aus mit dem grünen Top! :)
    Tolle Woche, alles Liebe
    Lu

  6. Januarkleider sagt:

    Ich habe auch meistens tolle Ergebnisse beim Färben bekommen. Meine Lieblingsfarbe zum Überfärben ist übrigens azurblau, weil dabei ganz tolle Farben rauskommen. Wenn man z.B. beige oder Ockertöne (die mir nicht stehen ) damit überfärbt, wird es grüngrau.
    Was ich auch ganz wichtig finde, damit es keine Flecken gibt, ist den Stoff wirklich nass zu machen (das steht nämlich bei der Simplicol-Anleitung nicht drauf), aber das hast du ja geschrieben.

    LG
    Susanne

  7. Ly Thaler sagt:

    Um die Appretur neuer Stoffe rauszubekommen, empfiehlt es sich, sie kurz in warmem Wasser mit Handspülmittel (zum Abwaschen) durchzudrücken. So kann der Stoff leichter in die Fasern eindringen.

    Ich habe schon öfters gefärbt und finde es meist recht aufwändig.
    Gebrauchte Teile aus Leinen schwarz zu überfärben, ist mir noch nie gelungen: es resultiert stets ein Dunkelblau.
    Hat jemand eine Ahnung, warum?

    LY

    • Laura sagt:

      ich muss sagen, dass ich färben gar nicht so aufwändig finde! es ist eigentlich genau wie wäsche waschen, nur dass man den waschgang zwei mal durchlaufen lassen muss. heutzutage macht das die maschine ja zum glück alles von allein. (;

      klingt, als hättest du keine wirklich deckenden farben verwendet. außerdem spielt ja auch die ausgangsfarbe eine große rolle.

      viele liebe grüße,
      laura

  8. Lionera sagt:

    Ja, kannst du denn Gedanken lesen? Seit ca drei Wochen schleich ich um diese Farbpackungen herum. Wo man doch diese schönen Stickereistoffe meistens nur in weiß bekommt.

    Aber ich werde mich wohl noch gedulden, bis ich eine eigene Waschmaschine habe. Der Gemeinschaftsmaschine im Keller traue ich ohnehin nicht mehr so ganz über den Weg.

    Letzte Woche habe ich einen Rock genäht, der auch richtig gut passt, nur leider schon Abriebstellen hat. Zu spät bemerkt. >_< Ob man sowas durch Färben auch kaschieren könnte?

    • Laura sagt:

      ich danke dir für deinen lieben kommentar – freut mich, dass dir der post so gelegen kommt! (:

      abriebstellen kann man mit sowas meist nicht kaschieren – im gegenteil: sie nehmen oft eine andere menge farbe auf als der rest des kleidungsstückes. also lieber eine schöne applikation auf die betreffende stelle!

      viele liebe grüße,
      laura

  9. Silke sagt:

    Danke für deinen Bericht. Habe letztens das erste Mal was in der Waschmaschine gefärbt. Ein weisses Saunatuch und einen weissen stretchigen Stoff. Das Saunatuch ist richtig schön rot gewurden, aber der andere Stoff ist nun eher ein dunkleres rosa. Aber da ich daraus eh nur eine “Schlumperhose” für zu Hause nähen will, ist es so auch recht. Übrigens finde ich die Kette sehr schön.
    Viele Grüsse und noch einen schönen Abend.
    Silke

  10. Iris Uhde sagt:

    Hallo!
    Ich mag deine Ideen. Ich färbe nur mit den 60° C Farben .Ich wasche alles zweimal mit einem Stück weisen stoff in der Maschine durch .Da färbt normalerweise nichts mehr ab.Ich färbe viel Damastbettwäsch zum Nähen . Wir haben aber auch schon T-Shirs in Abbindebatik mit dazu die sind sehr schön geworden. Ich wasche viel bei 60 °C ,weil da die Flecken der Kinder besser raus gehen.
    Viele liebe Grüße Iris!

  11. ideenkind sagt:

    Super Tipp! Ich hab schon mal im Eimer gefärbt, aber wie du schreibst, war das Ergebnis nicht so richtig durchgängig. Aber dann werd ich das mal in der Waschmaschine versuchen. Ich hab ne schöne Bluse, die inzwischen eher grau als weiß ist, die wird dann einfach farbig.
    LG, Sabrina

  12. Viola sagt:

    Super Idee, wollte das auch schon seit langem mal machen, trau mich aber noch nicht so ganz…hihi
    Ich würde gerne ein weißes Oberteil hell rosa färben, habe aber Angst das es am ende pink wird.Muss ich dann einfach weniger Färbemittel nehmen? :-)

  13. Ramesh Lahoti sagt:

    Hallo Laura, diese Mail kommt aus Indien an dich. In der Zeit wo ich in Stuttgart lebte, habe ich viel in der Waschmaschine gefaerbt. Ich habe natuerlich vieles vergessen. Ich hoffe und glaube dass ich eine Gelegenheit bekomme einiges nachzuvollziehen. Ich melde mich wieder wann ich “Hilfe” schreien muss. Tschuess, Ramesh

    • Laura sagt:

      Liebe Nadine,

      eine Garantie geben kann ich dir da natürlich nicht und gerade bei dunklen Farben sind Flecken nie ganz ausgeschlossen, aber generell sollte das möglich sein, klar.

      Alles Liebe,
      Laura

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