So stöberst du erfolgreich Vintage-Schätze auf.

Wer individuelle Retro-Mode liebt, hätte sicher nichts dagegen, seine Garderobe um das eine oder andere originelle Vintage-Teil zu erweitern. Leider ist es manchmal gar nicht so einfach, schöne alte Kleidungsstücke zu finden, die nicht nur zum eigenen Stil, sondern auch zur Figur und zum Budget passen. Diese Tipps sollten das Aufstöbern echter Schätze allerdings ein ganzes Stück vereinfachen…

1. Suche an unerwarteten Orten!

Auf edlen Antikmärkten oder in schicken (Online-)Vintage-Läden finden sich meist nur ganz bestimmte, von Fachverkäufern ausgewählte Kleidungsstücke. Das macht es zwar einfacher, etwas Schönes zu finden, aber die Vorarbeit hat auch ihren Preis. Außerdem entfällt die Riesenfreude, wenn man in einem Haufen alter Sachen das eine wunderbare Teil aufstöbert, das man schon ewig sucht!

Wenn du kein Problem damit hast, dich durch riesige Kisten und Kleiderständer voller unsortierter Kleider zu wühlen, empfehle ich dir all die Orte, an denen man keine außergewöhnlichen Fundstücke vermuten würde: Secondhandläden auf dem Land oder in Stadtvierteln, wo vor allem ältere Menschen wohnen, Trödelmärkte, auf denen Privatleute ihre alten Sachen verkaufen… Es gibt etliche Möglichkeiten! Die besten Sachen findet man dort, wo wenig junge Leute mit dem gleichen Geschmack unterwegs sind.

Tolle Retro-Stücke zu günstigen Preisen findet man außerdem ab und zu bei eBay, Dawanda und Etsy. Suchst du nach etwas Bestimmtem, kannst du mithilfe der Suchfunktion ganz einfach überprüfen, ob es das gibt, was dir vorschwebt. Bei Etsy solltest du den Suchbegriff am besten einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch eingeben. Möchtest du etwas bei einem ausländischen Verkäufer erstehen, überprüfe vor dem Kauf unbedingt die Höhe der Portokosten – diese können den Endpreis ziemlich in die Höhe treiben.

2. Behalte den Überblick!

Wenn man nicht genau weiß, wonach man eigentlich sucht, kann man tolle Sachen finden, mit denen man nie gerechnet hätte – oder der Einkauf endet damit, dass man komplett überfordert ist und lieber gar nichts mitnimmt. Für diesen Fall habe ich immer eine Wunschliste im Kopf oder in der Tasche. Darauf vermerke ich nicht nur aktuelle Trends, nach denen ich Ausschau halten möchte, sondern auch Basics, mit denen ich meinen Kleiderschrank gern erweitern würde. Diese Liste ergänze ich zum Beispiel, wenn ich in Zeitschriften etwas entdecke, das ich gern hätte, oder bemerke, dass mir ein bestimmtes Kleidungsstück zum Kombinieren fehlt. So wird beim Einkauf Verwirrung vermieden und man nimmt (fast) nur das mit nach Hause, was man auch wirklich braucht.

Eine andere Methode, um auf überfüllten Märkten einfach zu überblicken, ob etwas für die eigene Garderobe dabei ist, ist das Erstellen einer Farbpalette. Jeder hat wahrscheinlich Farben, die er besonders gern trägt oder von denen er gern noch mehr im Schrank hätte. Ich halte zum Beispiel ständig Ausschau nach leuchtenden, warmen Tönen, weil diese mir nicht nur gut stehen, sondern ich dann auch sicher sein kann, dass mein neuestes Fundstück gut zu meinen anderen Sachen passt.

3. Kenne deine Maße!

Auf die Größen in Secondhand-Kleidung kann man sich nicht verlassen – sie weichen stark von unseren heutigen Größen ab. Es kann gut sein, dass du normalerweise eine 38 trägst, dir aber ein Vintage-Kleid in Größe 42 oder 44 perfekt passt. Deshalb solltest du deine Maße, also Brustumfang, Taillenumfang und Hüftumfang, kennen. Zu diesen Maßen addierst du etwa 2-3 Zentimeter Bequemlichkeitszugabe.

Die ermittelten Maße kannst du nun ganz einfach mit den Maßen eines Kleidungsstückes vergleichen, wenn du keine Möglichkeit hast, es anzuprobieren – also beim Onlinekauf oder zum Beispiel auf einem Markt. Es mag vielleicht etwas albern erscheinen, auf einem Trödelmarkt mit einem Maßband herumzulaufen, aber nur so kannst du vermeiden, dass du etwas kaufst, dass dir überhaupt nicht passt. Sich das Teil anzuhalten, ist zwar zur groben Überprüfung nicht schlecht, man kann sich dabei aber auch mächtig täuschen.

4. Entscheide dich!

Kleinere Änderungen an Vintage-Sachen sind in der Regel kein Problem. Ein Kleidungsstück zu kürzen ist beispielweise eine einfache Veränderung, die meistens einen großen Unterschied macht. Auch zu viel Weite an den Seiten- oder Teilungsnähten lässt sich leicht abnähen – sofern das Teil kein Futter hat. Kleine Löcher oder Flecken kann man mit Aufnähern und Co. verdecken, ausgeblichene Baumwollsachen lassen sich gut färben… Es gibt unzählige Umarbeitungsideen, die alte Kleidung wieder auf Vordermann bringen! Und bei schwierigeren Änderungen kann man sich immer noch von Profis helfen lassen.

Günstige Kleidung kann sehr verführerisch sein – das gilt bei alten Sachen ebenso wie bei neuen. Ist der Preis gering, sieht man schnell über Dinge hinweg, die nicht perfekt sind. Es gibt jedoch auch Fehler, die man nicht ignorieren sollte. Alte Flecken zum Beispiel lassen sich in den seltensten Fällen entfernen – ebenso wie ein starker muffiger Geruch. Vor allem bei Sachen, die nur chemisch gereinigt werden dürfen, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich gering, das Problem je zu beheben. Das gleiche gilt übrigens für Kleidungsstücke, die von vornherein zu eng sind: kann man nicht damit leben, wie das Teil momentan ist, sollte man sich besser davon verabschieden. Man kann den Stoff zwar notfalls für ein Patchwork verwenden oder das Stück bei eBay verkaufen, aber vermutlich verbringt es erstmal einige Jahre auf irgendeinem Umarbeitungsstapel.

Hab Spaß!

Alte Kleidungsstücke sind so viel individueller als das, was man üblicherweise für wenig Geld in der Shoppingmall bekommt – und kosten mit etwas Glück nicht viel mehr. Gerade bei günstigen Vintage-Fundstücken hat man außerdem weniger Angst, etwas “kaputtzumachen” und traut sich deshalb eher, sie mit einigen Handgriffen noch mehr zu personalisieren. Die fertigen Teile kannst du mit neuen Sachen oder Retro-Accessoires kombinieren – lass dich einfach ein bisschen inspirieren und probier’ etwas Neues aus…

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