Leser fragen, ich antworte.

In meinem Postfach landen oft E-Mails mit Leserfragen, die ich immer gern und ausführlich beantworte. Vor kurzem dachte ich mir: warum poste ich diese Antworten nicht auch im Blog? Schließlich sind sie bestimmt für andere ebenso interessant. Na dann mal los…

“Ich möchte mir eine Overlockmaschine zulegen und wollte dich um Rat fragen, welche wohl für meine Hobbynäherei ausreichend ist?” (Leonie)

Liebe Leonie,
ich habe eine Overlock-Maschine (454D) von Privileg, also der ehemaligen Eigenmarke von Quelle. Die 444 ist auch in Ordnung, diese hat zwar keinen Differentialtransport, aber den braucht man ohnehin so gut wie nie. Bei eBay oder eBay Kleinanzeigen findet man beide noch ab und zu. Anmerkung von Gabi: Die 454 von Privileg kommt jetzt von W6 Wertarbeit und heißt N 454D.

Mit meiner Maschine bin ich wirklich zufrieden, das Nahtbild ist bei verschiedensten Stoffen wunderbar (Seide, Jersey, Jeans habe ich damit schon problemlos und ohne Einsatz des Differentialtransportes versäubert) und man kann mit 3 oder 4 Fäden ablocken. 3 Fäden reichen zum Versäubern der Nahtzugaben meist aus, dabei verschwendet man nicht so viel Garn. Auch bei Jersey kann man Nähte, die wenig belastet werden (z.B. Seitennähte) ohne Probleme mit nur 3 Fäden nähen.

Wenn ich mir heute eine Overlock-Maschine kaufen wollte, würde ich dennoch überlegen, ob ich mich nicht für eine entscheide, die sich zu einer Coverlock umrüsten lässt (gibt’s zum Beispiel bei eBay, aber natürlich auch in Nähmaschinenläden). Mit einer einfachen Overlock hast du nämlich keine Möglichkeit, elastische eingeschlagene T-Shirt-Säume zu nähen – das kann bloß eine Coverlock. Notfalls kann man elastische Säume allerdings auch mit einer Zwillingsnadel und einer normalen Nähmaschine nähen, muss man eben ausprobieren.

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen! Für Jersey-Schnitte und Hintergrundinfos ist Home Stretch: The Built By Wendy Guide to Sewing Knit Fabrics echt hilfreich – sofern man keine Probleme mit der englischen Sprache und inch-Angaben hat.

Du hast eine Frage zu Mode und Outfits oder zum Nähen und Selbermachen? Schick sie mir zu – ich freue mich darauf!

Kommentare

  1. Pony sagt:

    Gerade diese Maschinen zum Umbauen kommen bei Bewertungen in Foren z.B. ganz schlecht weg. Oft ist das Umbauen umständlich und die Maschinen sind dadurch weniger stabil. Das würde ich mir sehr gründlich überlegen.

    Meine Ovi ist von Bernette und zwar eine kleine Diva, aber das scheint bei Ovis ja Standart zu sein. Ich möchte den Differantialtransport nicht mehr missen xD

    Liebe Grüße

    Pony

    PS: Super Idee, die Fragen im Blog zu beantworten. Bin gespannt, was da noch so kommt :)

  2. Gabi sagt:

    Nur eine Anmerkung: Die 454 von Privileg kommt jetzt von W6 Wertarbeit und heißt “N 454D”. Gibt es zum kleinen Preis z.B. hier. Ich habe sie auch und bin voll und ganz zufrieden. Und ich muss sagen, auf den Differenzialtransport möchte ich nicht verzichten – wer viel mit elastischen Stoffen näht, wird ihn schätzen lernen :).

    • Laura sagt:

      Danke für den tollen Tipp!
      Also ich habe mit dem Differenzialtransport mal ein wenig rumprobiert und entschieden, dass ich ihn nicht brauche. Und das, obwohl ich mit allen möglichen Materialien arbeite, auch mit Jersey. Den Stoff mithilfe des Differentialtransportes einzureihen hat bei mir auch nie geklappt.

    • Sindy sagt:

      Ach Gabi, wie soll ich da jetzt noch wiederstehen? Laura empfiehlt sie und Du postest einen Link, wo genau diese Maschine “nur” 200 Euro kostet? Kann es ein besseres Angebot geben?? Jetzt befasse ich mich ernsthaft mit dem Thema Overlock, da ich schon sehr viel mit elastischen Stoffen nähe.

      Lieben Dank für Deinen Tipp!

  3. Sindy sagt:

    Liebe Laura, vielen Dank für Deine ausführliche Meinung zum Thema Overlock. Ich denke auch schon lang darüber nach, weil ich meist elastische Stoffe verarbeite und das jetzt doch mal professionell machen möchte. Bisher habe ich immer eine normale Maschine und für den Saum eine Zwillingsnadel genutzt. Hat auch funktioniert. Im Nähladen meines Vertrauens gibt es bisher auch noch keine Overlock-Maschine. Dort wird seit 20 Jahren die Zwillingsnadel rausgeholt. Erst vor kurzem sah ich dort ein Paket mit einer Overlock, da es jetzt wohl doch an Zeit ist, sich eine zu besorgen. Mal sehen, ob und was es für eine wird.

    Meinst Du, dass Prinzip der Overlock ist selbst erklärend (mit Literatur o.ä.) oder sollte man sich das besser zeigen lassen?

    Liebe Grüße, Sindy

  4. ideenkind sagt:

    Die Idee find ich prima! Auch die Antworten ind den Kommentaren sind sicher nützlich.
    Ach, eine Overlock hätt ich auch gerne. Ach, ich hätte so viel gern. ;-)

    LG, Sabrina

  5. Leonie sagt:

    Du Liebe!
    Ja, dieser Rat war Gold wert!!!
    Ich habe mir dann eine ähnliche Maschine (Vorgängermodell) für sage und schreibe 55 Euro gekauft (ebay Kleinanzeigen) und bin ganz verliebt! Kleidungsstücke (in meinem Fall Kinderpullover und Kleider) sind im Handumdrehen fertig und man erspart sich eine Menge Arbeit (versäumen, vernähen…). Meine Maschine hat keinen Differenzialtransport und ich habe ihn bisher in keinster Weise vermisst!
    Liebe Laura, nochmals vielen Dank für deine super Empfehlung!
    Herzliche Grüsse
    Leonie

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